Giottiline Siena 350 im Test Jürgen Bartosch
Giottiline Siena 350 im Test
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Giottiline Siena 350 im Test 15 Bilder

Giottiline Siena 350 im Test (2022)

Giottiline Siena 350 im Test (2022) Der Neue aus der Toskana

Die Toskana ist ein beliebtes Reiseziel. In ihrem Herzen entstehen die Reisemobile von Giottiline. Ob der neue, kompakte Siena 350 genauso verlockend ist wie seine Heimat, klärt der Quickcheck.

Der Giottiline Siena 350 ist genau 6,36 Meter lang – klingelt es da? Exakt das gleiche Maß wie ein Ducato-Kastenwagen in seiner längsten Variante. Mehr Breite, Höhe und gerade Wände versprechen beim Siena aber deutlich mehr Wohnraum. Ist er also die bessere Wahl?

Beginnen wir gleich mit dem größten Knackpunkt, dem Bettenangebot. Während in den langen Ducato-Ausbauten meist fest eingebaute Längseinzelbetten zur Verfügung stehen, muss man sich im Siena 350 mit einem quer platzierten Hubdoppelbett arrangieren. Da die elektrisch angetriebene Liegefläche bis auf die Sitzflächen der Bänke herabgelassen werden kann, ist der Zugang bequem ohne Leiter möglich. Anders als bei Einzelbetten muss der eine aber schon mal über den anderen drübersteigen. Weiterer Nachteil: Die Sitzgruppe ist praktisch blockiert, sobald das Bett einsatzbereit ist – also nichts für Paare, die häufig zu unterschiedlichen Zeiten schlafen gehen.

Mit 1,95 Meter Länge ist das Hubbett ähnlich lang wie viele Bus-Einzelbetten. Allerdings wurde hier die Chance vergeben, mit einem längeren Bett zu punkten – die Innenbreite ließe deutlich mehr zu. Andererseits bietet diese Beschränkung den Vorteil, dass die Rückenpolster der Längsbänke beim Bettabsenken an Ort und Stelle bleiben können und an den Seitenwänden oben – wenn schon keine Hängeschränke – doch zumindest größere Ablagen möglich sind.

Betten für bis zu vier Personen

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Aus der Sitzgruppe lässt sich mit Hilfe eines (sperrigen) Zusatzteils ein passables Gästebett puzzeln, das stolze 2,19 Meter Länge erreicht.

Ein Vorteil des Siena 350 ist zudem, dass er auch als passabler Vierschläfer genutzt werden kann. Die Sitzgruppe unter dem Hubbett kann als zweiter Schlafplatz für zwei dienen. Dazu muss zwar ein recht sperriges Zusatzpolster mit Verstärkungsbrett und Klappfuß mitgeführt werden. Dann können sich im unteren Stockbett aber auch ein bis zwei Hünen auf bis zu 2,19 Meter Länge ausstrecken, während das Hubbett auf halber Höhe mit Leiter erreichbar ist.

Erstaunlich großzügig ist die Sitzgruppe – angesichts der Fahrzeuglänge. Die längere Längsbank links und die etwas kürzere rechts lassen sich durch die Cockpitsitze zur großen Runde erweitern.

Als reisendes Paar braucht man sie in der Regel aber gar nicht zu drehen – allenfalls als bequeme Fernsehsessel für den Abend, denn der TV-Platz ist im Einstieg vorgesehen. Dann kann man die Beine auf die Bänke hochlegen.

Der Tisch ist hälftig aufklappbar und erreicht so eine gute Größe – er sollte dafür aber noch etwas stabiler stehen. Das Hubbett obendrüber verhindert zwar direkten Lichteinfall von oben. Das große Fenster in der T-Haube und die beiden Exemplare in den Seitenwänden machen aber ganz gut hell.

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Die Küchenzeile ist recht kurz, bietet aber trotzdem recht viel Arbeitsfläche.

Die sich links anschließende Küchenzeile ist relativ kurz, lässt aber trotzdem vor dem Zweiflammkocher noch ein gutes Maß an Arbeitsfläche frei. Wer partout drei Kochflammen braucht, bekommt die übrigens gegen Aufpreis. Hänge- und Unterschrank sowie die zwei Schubladen nehmen es mit Kochgeschirr und Vorräten üblicher Menge gut auf. Gegenüber steht zudem ein schlanker 142-Liter-Kühlschrank mit praktischer Flaschenschublade bereit.

Raumbad im Heck

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Das Bad- und Ankleidezimmer streckt sich über die ganze Breite.

Per Gliederschiebetür ist das Raumbad im Heck abgetrennt. Rechts finden sich Waschtisch, Toilette und Fenster, gegenüber die separate Duschkabine – dazwischen ist viel Bewegungsraum. Auch zum Umkleiden. Der riesige Kleiderschrank, der hier die ganze Aufbaubreite einnimmt und zwei große Schubladen integriert hat, tröstet locker über den sonstigen Mangel an Hängeschränken hinweg.

Die Schiebetür einen Stock tiefer schafft von innen Zugang zur Heckgarage. Die ist zwar nicht übermäßig üppig, aber für zwei gängige Fahrräder und Campingmöbel reicht es. Angemessen ist auch die Bordtechnik ausgerüstet. Da die Truma-Dieselheizung Serie ist, begnügt sich der Siena 350 mit einer Gasflasche im Kasten.

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Auch die Heckgarage ist nicht riesig. Genügend Platz für Campingstühle und einen Klapptisch ist vorhanden.

Der Aufbau hüllt sich zwar rundum – außen und innen – in robustes GfK, dazwischen findet sich aber eine einfache EPS-Schaumisolierung und auch ein paar Holzverstärkungen. Die Fenster sind überwiegend vom vorgehängten Typ.

Qualitäts- und Ausstattungsniveau sind angesichts des relativ günstigen Preises von 48.900 Euro weitestgehend angemessen – günstiger sind Einzelbetten-Busse in der Regel auch kaum und dabei deutlich beengter. Klar, beim Fahren durch enge Gassen schätzt der Fahrer eines ausgebauten Kastenwagens wiederum dessen um 28 Zentimeter geringere Außenbreite. Beim Rangieren kommt dem Siena-Piloten andererseits der um rund 24 Zentimeter kürzere Radstand des 350ers spürbar zugute.

Kompakter Hubbett-Teilintegrierter oder Campingbus – ist letztlich natürlich eine persönliche Entscheidung. Der Siena 350 hat aber ein paar gute Argumente auf seiner Seite.

Daten und Preise

Giottiline Siena 350 im Test
Redaktion
Innenansicht des Giottiline Siena 350.

Aufbau: Sandwich-Bauweise, Holz- und PU-Verstärkungen, außen und innen GfK, Isoliermaterial Wand/Dach/Boden EPS- Schaum, Wandstärken 33/30/68 mm, kein Doppelboden, 3 vorgehängte Kunststoff-Isolierfenster, 1 Alu-Rahmen- fenster, 1 Panorama-Dachfenster, 2 Dachhauben.
Ausbau: Möbel aus Sperrholz, Sitzbänke mit 2 Dreipunktgurten, Hubbett 1,95 x 1,28–1,48 m, umgebaute Sitzgruppe 2,19 x 1,10–1,55 m, Sanitärraum mit Kassettentoilette und separater Dusche, Küche mit Zweiflammkocher und Absorberkühlschrank 142 L, Gefrierfach 15 L.
Bordtechnik: Diesel-Gebläseheizung/Boiler Truma Combi 4D, Frischwassertank 100 (20) L, Abwassertank 100 L, Bordbatterie 100 Ah, Gasflasche 1 x 11 kg.
Basisfahrzeug: Citroën Jumper, Vorderradantrieb, Vierzylinder-Turbodiesel, Hubraum 2179 cm3, Leistung 103 kW/140 PS, Sechsgang-Schaltgetriebe (Serie: 120 PS).
Gurte/Schlafplätze: 4/2–4
Maße und Gewichte: Länge x Breite x Höhe 6.360 x 2.320 x 2.900 mm, Radstand 3.800 mm, zulässiges Gesamtgewicht 3.500 kg.
Preise: Grundpreis 48.900 Euro (ohne Nebenkosten), Pack Siena 990 Euro (Klimaanlage, Airbags, ESP, Tempomat, lackierte Stoßstange, Fliegengittertür, Bett-Lattenrost, beheizbarer Abwassertank u.a.), Pack Plus für Citroën 390 Euro (Rei- fendruckmonitor, Lederlenkrad und -schaltknüppel, Licht- und Regensensor, M+S-Reifen, Nebelscheinwerfer, lackierte Türgriffe u. a.), Pack Privilege 1.500 Euro (LED-Rückleuchten, Aufbautür mit Fenster und Funk-ZV, Rückfahrkamerasystem, Dachfenster in T-Haube), Aufpreis Fiat Ducato 2.000 Euro.

Wertung

  • Betten: 3 von 5 Punkten
  • Sitzgruppe: 4 von 5 Punkten
  • Küche: 3,5 von 5 Punkten
  • Sanitärraum: 4 von 5 Punkten
  • Möbelbau: 2,5 von 5 Punkten
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