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Pössl E-Vanster Test Fahrbericht E-Campervan Jürgen Bartosch
Pössl E-Vanster Test Fahrbericht E-Campervan
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Pössl E-Vanster Test Fahrbericht E-Campervan 20 Bilder

Erste Probefahrt Pössl E-Vanster

Elektro-Campingbusse von Pössl Probefahrt im E-Vanster

Neuheiten 2022

Der Verbrenner-Spacetourer wird nicht mehr gebaut. Den E-Vanster kann man ab April 2022 bestellen. promobil hat eine erste Testfahrt mit ihm gemacht.

Der Startschuss für Elektro-Motoren im Van-Bereich ist längst gefallen. Die Kleintransporter aus der Stellantis Gruppe, zu der Opel, Citroën und Peugeot gehören, gibt es in der Pkw-Version seit Januar 2022 schon nicht mehr als Verbrenner. Die Pössl-Group reagiert und bringt direkt einen Elektro-Vanster an den Start.

Erste Probefahrt im Pössl E-Vanster

promobil durfte den E-Vanster schon fahren und sich ein erstes Bild machen. Wie war die erste Fahrt im E-Camper von Pössl? "Aufregend auf jeden Fall", sagt Kollege Holger Schwarz.

Pössl E-Vanster Test Fahrbericht E-Campervan
Jürgen Bartosch
promobil-Redakteur Holger Schwarz wagte die erste Testfahrt im E-Vanster.

Schon beim ersten Blick aufs Cockpit fallen blaue und grüne Anzeigen auf. Lautlos startet der Motor, blau leuchtet die Geschwindigkeitsanzeigen links. Rechts groß daneben die Anzeige, ob der E-Antrieb aktuell Strom verbraucht oder rekuperiert – dargestellt durch die Bereiche Power, Eco und Charge. Außerdem zeigt das digitale Display den Akkustand und die Restreichweite an.

Nahezu geräuschlos fährt der E-Vanster an, zu hören ist lediglich ein dezentes Surren. Direkt stellt sich das aus E-Autos bekannte Vergnügen ein: Aus dem Stand beschleunigt der E-Vanster ziemlich kräftig. Je nach Fahrmodus – zur Verfügung stehen Power, Normal und Eco – ist die Beschleunigung etwas mehr oder weniger spritzig, wie zu erwarten. Bei 136 km/h Maximalgeschwindigkeit ist aber Schluss, hier regelt der Motor ab.

Pössl E-Vanster Test Fahrbericht E-Campervan
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Voll digital präsentieren sich die Anzeigetafeln hinter dem Lenkrad. Neben der Geschwindigkeit kann man den Ladezustand und die Rekuperation im Blick behalten.

Auf der Landstraße macht sich schnell die gute Straßenlage bemerkbar, diese lässt sich unter anderem mit dem tiefen Schwerpunkt erklären, den der E-Vanster durch die im Boden positionierten Akkus erhält. Das Fahrwerk zeigt sich angenehm und nicht zu straff, vornehmlich durfte sich der E-Vanster bei der Testfahrt auf Landstraßen in etwas kupiertem Gelände bewegen.

Wer den Fuß vom Gas nimmt oder bremst, sieht direkt die Wirkung der Rekuperation: Die Restreichweite im Display bleibt gleich oder nimmt sogar zu. Bei dynamischer Fahrweise nimmt sie dementsprechend schnell ab. Sparsames Fahren zahlt sich im E-Vanster also aus.

Den spannendsten Punkt konnte unser Tester erst am Ende der Fahrt beurteilen: die Reichweite des E-Vanster. Mit 80 Prozent Aufladung war er gestartet. Bei einer Außentemperatur von 10 Grad und einer gemäßigten Fahrweise kam der E-Vanster 155 Kilometer weit. Umgerechnet auf eine vollgeladene Batterie wären das ungefähr 190 Kilometer Reichweite. Das ist weniger, als der Hersteller für den e-Spacetourer angibt: Bis zu 322 Kilometer soll der Elektrovan laut Citroën mit vollgeladener 75-kWh-Batterie (ohne Campingausbau) schaffen.

Pössl E-Vanster Test Fahrbericht E-Campervan
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Boxenstopp an der Ladesäule: Für längere Strecken muss man im E-Vanster unbedingt Stopps zum Stromtanken planen.

Fazit

"Zum ersten Mal bin ich den Elektro-Van gefahren," sagt promobil-Redakteur Holger Schwarz. "Und ich war sehr überrascht, wie leise und komfortabel er ist. Der E-Spacetourer bietet wirklich viel Fahrspaß." Für Kurztrips würde ihm die Reichweite genügen.

Längere Trips mit dem E-Vanster schätzt er problematisch ein: "Vor allem die Restkilometer-Reichweite hat auf der Testfahrt sehr schnell abgenommen und hat sich ständig verändert. Hier würde ich mich eher auf die etwas übersichtlichere Akkustandsanzeige verlassen."

Touren, auf denen man Strecke machen will, sind daher im E-Vanster nicht ohne vorherige Planung möglich. Dafür sollte man unbedingt sowohl die "My Citroën App" an Bord haben und die Routenplanungs-Apps "Free2Move" und "Charge My Car". Wíe gut das funktioniert, wird ein ausführlicherer Test zeigen.

Technische Details: E-Vanster Testwagen

  • Leistung: 100 kW/136 PS
  • Batteriekapazität: 75 kWh
  • Grundpreis: 55.990 Euro

Gibt's künftig nur noch E-Campster und E-Vanster?

Für EndverbraucherInnen gibt's den Citroën Spacetourer wie gesagt nur noch als e-Spacetourer. Bei Campervan-Fans klingelt es spätestens an dieser Stelle, denn auch die beliebten Campervans aus der Pössl Group nutzen als Basisfahrzeug dieses Modell, sowohl der einfach ausgestattete Vanster und der Campster mit mehr Camping-Ausstattung. Kann man beide Modelle künftig nur noch als Elektrocamper bestellen?

Citroen e-SpaceTourer
Citroen
Das ist der neue e-Spacetourer von Citroën. Ob er wohl bald auch als Elektro-Campster über die Straßen düst?

"Nein,” betont Robert Hein, Leiter für Vertrieb, Marketing und Presse von Pössl, "wir bauen weiter mit Verbrenner-Motor." Für B2B-Kunden sind die Fahrzeuge noch mit Verbrennermotor erhältlich. Im Gespräch betonen er und seine Kollegin Viviane Blum, dass der Trend dennoch zu E-Antrieben geht. Und diese Fahrzeuge zum Camper zu machen, ist vom Ausbau für Pössl auf jeden Fall machbar.

Ab April 2022 wird der E-Vanster in Serie. Im Jahr 2022 will Pössl 150 bis 200 Fahrzeuge des E-Vanster bauen. Bestellbar sind sie zunächst nur bei den stärksten Händlern im Bereich Kompakt-Van.

Die Probleme der Elektro-Campervans

Problematisch sehen die Pössl-SprecherInnen noch das zu bewältigende Gewicht der E-Campingbusse und E-Campervans und die fehlende Infrastruktur. "Dazu zähle ich nicht nur schnell Ladesäulen unterwegs, sondern auch Campingplätze müssen dann Aufladen mehrerer Fahrzeuge ermöglichen. Dazu brauchen manche sicher zum Beispiel ein neues Leitungsnetz”, sagt Robert Hein.

Deshalb hat Pössl als Pilotprojekt E-Vanster ausgewählt. Als nur reduziert ausgebauter Campervan bringt er nicht so viel Gewicht mit und soll so als E-Camper mit Elektromotor eine ausreichende Reichweite möglich machen. Wie sich das Plus an Gewicht eines vollausgestatteten Campster mit mehr Möbeln auf die Reichweite auswirkt, ist noch offen. Geplant ist es, den E-Vanster ab April 2022 in Serie zu bauen.

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Kommt bald als Serienfahrzeug: Der Elektro-Vanster.

Den klassischen Vanster zeigt promobil ganz ausführlich hier im Vergleichstest.

Batterie und Bordtechnik – so sieht der E-Vanster aus

Auf den ersten Blick unterscheidet sich der E-Vanster vom herkömmlichen Verbrenner nur, wenn man den Tankdeckel öffnet. Denn hier befindet sich die Ladebuchse für die Batterie. Bewegt sich das Fahrzeug allerdings, wird klar: Hier fährt ein E-Campingvan. So leise kann kein Diesel sein.

Bei der Ausstattung bleibt das Konzept gleich: Das Aufstelldach kommt serienmäßig, die Vordersitze sind beide drehbar und im Heck ist ein Herd verbaut. Eine Wohnmobilzulassung ist demnach auch für den E-Vanster möglich. Ab 55.999 Euro soll es den E-Campervan geben. Deutlich unterscheidet sich dann doch das Cockpit: Wie von anderen E-Autos bekannt, sind alle Anzeigen digital und in bunten Farben. Außerdem sind die Modi des Antriebs, die Batteriekapazität und das Drehmoment zu sehen.

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Im Oberstübchen des E-Vansters haben zwei Personen Platz zum Schlafen.

Es sollen zwei Akkugrößen für den neuen Campingvan mit Elektromotor zur Auswahl stehen: 75 kWh oder 50 kWh sollen Elektro-Fans ausreichend Power bringen. Beide sollen ungefähr 135 PS leisten, Gas geben können Interessierte nur bis 130 km/h. Hier ist beim e-Spacetourer Schluss. Beim Blick unter die Motorhaube ist zu sehen, dass der E-Antrieb einiges weniger an Platz einnimmt als beim Verbrenner.

Die Batterie ist komplett ins Chassis integriert, macht den Innenraum also nicht kleiner. Laut Hersteller soll die Batteriekapazität mit dem stärkeren Motor für 221 Kilometer reichen, beim kleineren sogar bis zu 330 Kilometer. Wie weit sich die Reichweiten-Werte in einer Camping-Realität mit vollbeladenem Van bewahrheiten, ist die große Preisfrage. Das will promobil natürlich im Test überprüfen.

Was ist die Zukunft des E-Campervan bei Pössl?

"Die Nachfrage zu diesem Thema ist überwältigend,” sagt Viviane Blum, "und die E-Camper werden kommen, wie oder wann können wir noch nicht konkret sagen. Beim E-Vanster hat es sich jetzt angeboten und wir sind gespannt auf das Feedback von den Händlern und Kunden”.

Robert Hein kann im Februar 2022 sogar noch mehr verraten: "Wir werden in diesem Modelljahr die Möglichkeit haben, 150 bis 200 E-Vanster zu produzieren." Dazu werden wir Schichten hochfahren, um den E-Campervan zu bauen. Ohne feste Küche, aber natürlich mit den bekannten Merkmalen des Vanster. Vorerst gehen diese Fahrzeuge an 4-5 große Partner im Handel, die ihren Schwerpunkt auf Kompakt-Vans haben. "Diese Partner müssen ihr Personal auch für E-Vans schulen und brauchen in der Nähe ein Autohaus, das im Thema E-Vans ist und für etwaigen Service zur Verfügung steht."

Ab dem neuen Modelljahr, also ab September 2022 soll es weitergehen, mit mehr Fahrzeugen und mehr Partnern aus dem Van-Handelsnetzwerk.

Pössl Vanster im Vergleichstest
Vergleichstest

Weitere Elektro-Basisfahrzeuge für Campingbus und Wohnmobil

promobil konnte bereits die ersten E-Basisfahrzeuge testen und in Augenschein nehmen. Unter anderem haben wir den E-Ducato von Fiat schon unter die Lupe genommen. Hier geht es zum ersten Test. Den Fiat Scudo als Nachfolger des Talento gibt es ebenfalls mit E-Antrieb. Neu gibt es jetzt auch den Transit als Elektroversion, Ford nennt ihn ganz simpel E-Transit. Hier lesen Sie mehr zum Ford E-Transit.

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Nein, für mich ist das keine Option, ich setze auf Verbrenner.

Fazit

Auf den E-Campster müssen InteressentInnen noch etwas warten. Der E-Vanster soll aber schon im April 2022 in Serienproduktion gehen. Klingt spannend.

Was bei Pössl aus dem ersten Pilot-E-Camper wird, ist noch nicht ganz sicher. Sicher ist aber, dass alle Zeichen auf E-Antrieb auch bei Camping-Fahrzeugen stehen. Zumindest im Segment der Campervans und kompakten Camper. Mit geringerem Ausstattungsgewicht bieten sie die optimale Versuchsbasis für neue Antriebe.

promobil wird berichten, was das Jahr 2022 noch an Neuheiten bringen wird.

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